Unternehmensverbindungen: Fusionen & Allianzen im Drogeriemarkt
Lernen Sie die BWL-Grundlagen zu Unternehmenszusammenschlüssen am Beispiel von dm, Rossmann und Müller. Fokus auf Fusionen, Allianzen und Kartellrecht.
Kapitel 4.2 – Grundlagen der BWL
dm, Rossmann, Müller im Vergleich
Unternehmens-<br>zusammenschlüsse<br>im Drogeriemarkt
Grundlagen der BWL – Kapitel 4.2
dm
Rossmann
Müller
Die drei Zusammenschlussrichtungen
Horizontal
Unternehmen auf gleicher Marktstufe schließen sich zusammen
Ziel: Marktmacht erhöhen, Kosten senken
Beispiel: Zwei Drogerien fusionieren
Vertikal
Zusammenschluss vor- oder nachgelagerter Stufen
Ziel: Lieferkette kontrollieren
Beispiel: Drogerie kauft Kosmetikhersteller
Lateral / Diagonal
Unternehmen aus verschiedenen Branchen
Ziel: Diversifikation, neue Märkte
Beispiel: Drogerie + Softwareunternehmen
Drei Ketten im Überblick
Merkmal
dm
Rossmann
Müller
Sitz
Karlsruhe
Burgwedel
Ulm
Eigenständig?
Ja
Ja
Ja
Filialen (ca.)
~2.000 (DE)
~2.300 (DE)
~900 (DE)
Besonderheit
AgeCore-Allianz
Bewusst solo
Übernahme Ihr Platz
dm – Strategische Allianz
Strategische Allianz
Keine Fusion – dm bleibt vollständig eigenständig
Mitglied der Einkaufsallianz AgeCore seit 2014
AgeCore: Bündnis europ. Drogerien (z. B. Migros, Kruidvat)
Ziel: bessere Einkaufskonditionen bei Markenherstellern
Keine Kapitalverflechtung – klassische strategische Allianz
Einordnung: Strategische Allianz (lateral-horizontal)
Foto: dm Pressecenter
Rossmann – Bewusst eigenständig
Kein Zusammenschluss
Vollständig im Familienbesitz (Dirk Roßmann)
Keine Mitgliedschaft in Einkaufsallianzen
Strategie: Unabhängigkeit als Wettbewerbsvorteil
Eigene Lieferkette und Markenentwicklung
Internationale Expansion ohne Partner (Polen, Türkei, etc.)
Einordnung: Kein Zusammenschluss – bewusste Alleingangsstrategie
Foto: Rossmann Pressebilder
Horizontaler Zusammenschluss
Müller – Horizontale Übernahme
Familienunternehmen, gegründet 1953 in Ulm
2008: Übernahme der Drogeriekette „Ihr Platz“ (ca. 380 Filialen)
Einordnung: horizontaler Zusammenschluss (gleiche Marktstufe)
Ziel: Marktanteile ausbauen, Filialnetz verdichten
„Ihr Platz“ wurde in Müller-Filialen umgewandelt oder geschlossen
Einordnung: Horizontaler Zusammenschluss (Übernahme)
Foto: Müller Drogerie Pressefotos
Warum keine Fusion von dm und Rossmann?
Drei zentrale Hindernisse
Kartellrechtliche Hürden
Beide Ketten zusammen hätten ~50 % Marktanteil in DE → Bundeskartellamt würde Fusion sehr wahrscheinlich untersagen
Unterschiedliche Unternehmenskultur
dm: Anthroposophisch geprägt, Mitarbeiter-Beteiligung / Rossmann: Klassisch-kaufmännisch, schlanke Strukturen
Doppelte Filialen in Städten
Massive Überschneidungen im Filialnetz → hohe Schließungskosten, Synergien fraglich
Aufgabe: Unternehmenszusammenschlüsse
Zur Bearbeitung in Einzel- oder Gruppenarbeit
Welche Form von Zusammenschluss liegt bei dm (AgeCore) vor?
Warum sind dm und Rossmann bis heute nicht fusioniert? Nennen Sie zwei Gründe.
Die Übernahme von „Ihr Platz“ durch Müller – war das horizontal, vertikal oder lateral?
Würde eine Fusion von dm und Rossmann Ihrer Meinung nach vom Bundeskartellamt erlaubt werden? Begründen Sie kurz.
Welche der drei Ketten arbeitet am stärksten mit strategischen Allianzen?
Quelle: Eigene Zusammenstellung | Grundlagen der BWL – Kapitel 4.2
Quellen & Literatur
Grundlagen der BWL, Kapitel 4.2 (Vorlesungsunterlagen)
Eigene Zusammenstellung aus Vorlesung und Lehrbuch
dm Pressecenter: presse.dm.de
Rossmann Newsroom: rossmann.de/newsroom
Müller Unternehmen: mueller.de/presse
Bundeskartellamt: bundeskartellamt.de
AgeCore: agecore.com
Fotos: dm Pressecenter, Rossmann Pressebilder, Müller Drogerie Pressefotos (zur studentischen Nutzung mit Quellenangabe)
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
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